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Yogaarten
 
Raja Yoga

Mentales Training und Meditation.

Raja Yoga wird auch Ashtanga Yoga (der achtgliedrige Weg des Yoga) genannt.
Es ist die Technik den Geist zu beherrschen und zu verstehen, wie er funktioniert. Es wird Affirmation, Visualisierung, Selbstbeobachtung und Achtsamkeit angewendet. Dabei helfen verschiedene Arten der Meditation.

Die acht Glieder des Raja Yoga:

Yama – Regeln für den Umgang mit anderen:

  • Ahimsa – Nichtverletzen
  • Satya - Wahrhaftigkeit
  • Brahmacharya – Keuschheit
  • Aparigraha – Nicht annehmen von Geschenken
  • Asteya – Nicht stehlen

Niyama – Gebote, Verhaltensregeln für das Privatleben:

  • Saucha – Reinheit (innere und äußere)
  • Santosha – Zufriedenheit
  • Tapas – Askese
  • Swadhyaya – Studium religiöser Schriften
  • Ishvarapanidhaya – Verehrung Gottes

Asanas – Körperstellungen

Pranayama - Atemtechnik Prana, die Lebensenergie wird durch kontrollierte Atemtechniken zum Fließen und unter Kontrolle gebracht.

Pratyahara - bedeutet „das Zurückziehen der Sinne“. Der Geist wird von den Sinnen, die ihn stören, getrennt.

Dharana – Konzentration. Der Geist wird auf eine Idee oder ein äußeres Objekt gelenkt. Alle anderen Gedanken werden ignoriert.

Dhyana – Meditation. Die Energie des fokussierten Gedankens fließt ununterbrochen. Der Rücken ist vollkommen gerade – Brust, Nacken und Hals bilden eine Linie. Die Energie kann frei fließen. Das Sitzen erfolgt bewegungslos und bequem.

Samadhi – Überbewusstsein Sama bedeutet, Niveau“ und adhi bedeutet „darüber“. Der Übende erreicht das überbewusste Selbst beziehungsweise befreit sein Selbst. Körper, Geist und Verstand sind vereint.

Hat der Übende Pratyahara erreicht, also das Zusammenziehen der Sinne, geht er weiter zu Dharana und findet dort die Konzentration. Von dort erreicht der Übende Dhyana, in der er sich auf einen Punkt oder Gedanken konzentriert. Im Dhyana fühlt er Befreiung, Erweiterung, Stille und Frieden. Samadhi ist ein Zustand des völligen Eins-Seins mit dem Gedanken der Meditation. Die Selbstbewusstheit geht verloren. Samadhi ist ein Zustand der völligen Versunkenheit.

Raja oder Ashtanga Yoga unterteilt sich in zwei Aspekt des Praktikums.

Einerseits Raja Yoga nach Patanjali, das sich direkt mit dem Geist auseinander setzt. Andererseits Kundalini Yoga, das zuerst das Prana (Lebensenergie) beherrscht, Nadis (Energiekanäle) und Chakras (Energiezentren) reinigt und die Kundalini (Schlangenkraft genannt, weil sie wie eine Schlange aufgerollt am unteren Ende der Wirbelsäule eines jeden Menschen schlafend ruht) erweckt.

Jnana Yoga

Yoga des Wissens.

Die Philosophie hierbei beschäftigt sich mit Fragen: Wer bin ich? Woher komme ich und wohin gehe ich? Was ist der Sinn des Lebens? Was bedeutet Wirklichkeit, was Glück? Jnana Yoga ist auch die Wissenschaft über Karma und Reinkarnation. Mit Hilfe von Meditation lässt sich die Wahrheit in sich selbst intuitiv erfahren.

Bhakti Yoga

Hingabe und Liebe zu Gott.

Bhakti Yoga beinhaltet Erzählungen von Mythen und Heiligengeschichten, Gebete, Rituale und das Singen von Mantras. Diese Techniken berühren das Herz und stellen Kontakt mit dem Göttlichen her.

Karma Yoga

Yoga der Tat.

Im Karma Yoga sollen wir unser Leben spiritualisieren und alle unsere Entscheidungen nach unserer Wahrheit richtig treffen. Das Karma, oder auch Schicksal, wird uns als Chance gegeben. Im Karma Yoga wird das eigene Ego zunichte gemacht, es ist das Yoga des selbstlosen Dienens. Es hat zum Ziel sich Eins mit allen Wesen zu fühlen.

Kundalini Yoga
kundalini - eine Form von Shakti. Schlangenkraft genannt, weil sie wie eine Schlange aufgerollt am unteren Ende der Wirbelsäule eines jeden Menschen schlafend ruht.

Yoga der Energie.

Die alte indische Lehre des Tantras beinhaltet auch das Kundalini Yoga. Im Tantra unterscheidet man zwischen drei Arten: Roter, schwarzer und weißer Tantra. Rotes Tantra beinhaltet sexuelle Praktiken, schwarzes Tantra beinhaltet magische und schwarz magische Praktiken (aus selbstsüchtigen Zwecken), weißes Tantra beinhaltet die Reinigung des Astralkörpers und die Erweckung der Kundalini.

Kundalini Yoga besteht aus fünf Zweigen:

  • Mantra Yoga (Klangenergien wirken auf Nadis und Chakras)
  • Nada Yoga (Klangenergien, jedoch mit Musikinstrumenten und Noten)
  • Yantra Yoga (Meditation auf Farben und Symbole)
  • Laya Yoga (Transformation der weltlichen, grobstofflichen Energie in reines Bewusstsein durch Meditationstechniken)
  • Hatha Yoga (zunächst körperliche Praktiken, wie Kriyas - Reinigungsübungen,
    Asanas - Körperstellungen, Pranayama - Atemübungen, Bandhas - Körperverschlüssen und
    Mudras - ethische Disziplinen)

Kundalini Yoga vertritt das Yoga des Bewusstseins. Der Übende lernt sein ganzes körperliches und geistiges Potential auszuschöpfen. Durch die direkte Arbeit dieser ganzheitlichen Methode an den Energiepunkten und –bahnen (Chakras und Nadis) des Körpers werden nicht nur alle Sinne, sondern auch bestimmte Bewusstseinszustände angeregt. Kundalini Yoga ist nicht nur nach innen gerichtet, es beschränkt sich nicht nur auf Meditation. Es verbindet erfolgreich die scheinbaren Gegenteile des Alltags mit der spirituellen Disziplin. Die dynamischen Energieübungen zielen auf Atmung, körperliche Entspannung und psychische Ruhe. Die körperlichen und gleichzeitig meditativen Übungen eignen sich besonders gut für Menschen, die Stress abbauen möchten.

Im Kundalini Yoga sind alle Elemente des Yogas vereint.

Yoga vertritt die These, dass wir nicht nur aus dem sichtbaren Körper bestehen.

Viel mehr bestehen wir aus verschiedenen Körpern, bzw. Hüllen:

  • Der uns sichtbare physische Körper stellt die erste Hülle dar: Annamaya-Kosha (Nahrungshülle). Er besteht aus den Elementen der physischen Welt und bildet die grobstoffliche anatomische Hülle, auf die die Asanas in erster Linie eingehen.
  • Pranamaya-Kosha (vitale Hülle) befasst sich mit Pranayama (Atemübungen). Diese Hülle setzt sich aus den fünf Lebensenergien (Prana, Apana, Samana, Udana und Vyana) und den fünf Handlungsorganen (Mund, Hände; Füße, Ausscheidungs- und Fortpflanzungsorganen) zusammen. Auf diesem Körper befinden sich auch die Chakras (Energiezentren) und die Nadis (Energiekanäle).
  • Manomaya-Kosha (Manas bedeutet Geist) ist die so genannte Geisthülle. Sie beschäftigt sich mit dem Geist, dem Unterbewusstsein und den fünf Sinnesorganen (Augen-Sehen, Ohren-Hören, Nase-Riechen, Zunge-Schmecken, Haut-Fühlen).
  • Vijnanamaya-Kosha, die intellektuelle Hülle, beinhaltet den Intellekt und das Ego.
  • Anandamaya-Kosha ist die so genannte Wonnehülle, in der Samadhi, die Befreiung, erfahren wird.

Hatha Yoga

Hatha bedeutet übersetzt „Bemühung“.

Die einzelnen Teile des Wortes „Ha“ = „Sonne“ und „Tha“ = „Mond“ lassen aber das wahre Geheimnis dieser Yogaart erkennen. Hierbei werden unsere beiden Grundenergien, die aktivierende, wärmende Sonnenenergie und die aufbauende, kühlende Mondenergie harmonisiert und miteinander verbunden.

Hatha Yoga sieht den Menschen mit all seiner Vielfalt und seiner beiden Grundenergien als ganzes. Es richtet sich dabei nicht nur auf den physischen Körper, sondern auch auf unsere Energiehülle (Pranamaya-Kosha) sowie die geistig-emotionale Hülle (Manomaya-Kosha).

Hatha Yoga beinhaltet folgende Praktiken:

Die wichtigste Hatha Yoga Schrift ist die Hatha Yoga Pradipika. Hierin ist das gesamte Hatha Yoga beschrieben. Sie bildet somit die Grundlage weiterer Yogapfade. Hatha Yoga ist ein Teil des Kundalini Yogas. Dieses ist Teil des Raja Yoga. Die zunächst körperlichen Praktiken des Hatha Yogas öffnen den Übenden bald eine tiefe spirituelle Erfahrung. Viele Mediziner und Krankenkassen sprechen dem Hatha Yoga nachweislich gesundheitliche Wirkungen zu.

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